Zevera.com – Review 06/2018

Zevera.com dürfte vielen ein Begriff sein. Während der Service vor vielen Jahren gegründet wurde und viele Jahre lang Marktführer im amerikanischen Raum war, wurde der Service immer schlechter. Im Internet finden sich zahlreiche negative Bewertungen, die bemängeln, dass ständig irgendwas nicht funktioniert. Schließlich ist Zevera.com dann im März 2018 ohne Ankündigung offline gegangen und wurde im Mai 2018 unter neuer Führung relaunchend. Während zu Beginn noch von einem komplett neuem, dreiköpfigem Team gesprochen wurde, findet man diese Aussage inzwischen nicht mehr auf der Website, denn tatsächlich steckt niemand anderes als Premiumize.me hinter dem Zevera-Relaunch. Sonderliche Mühe das zu verbergen haben sie sich offenbar nicht gemacht, so ist das Design komplett identisch und selbst der gleiche Firmenname ist im Impressum zu finden. Das Angebot ist im Vergleich zu Premiumize.me aber deutlich eingeschränkt und beschränkt sich auf Torrent, Usenet und Filehoster. Einige Unterschiede gibt es dennoch. Interessanterweise sind die Preise von Zevera deutlich über denen von Premiumize.me. Aber hier geht es ja um Zevera.com, daher betrachten wir den Multihoster in unserem Review als komplett eigenständigen Anbieter.

Was wird angeboten:

Wie bereits erwähnt bietet Zevera.com die Möglichkeit von 37 File- und Streaminghostern zu laden bzw. zu streamen. Des Weiteren gibt es auch den sog. Cloud Storage, in dem Dateien in der hauseigenen Zevera-Cloud gespeichert werden können. Während Dateien von Filehostern (die ebenfalls direkt in die Cloud geladen werden können) auch direkt heruntergeladen werden können, müssen Dateien aus dem Usenet oder Torrents grundsätzlich in die Cloud geladen werden. Von dort aus können sie dann entweder gestreamt oder heruntergeladen werden.

Limits:

Natürlich ist auch Zevera.com limitiert, wobei im direkten Vergleich mit Premiumize.me sofort auffällt, dass die Abrechnung und Limits lang nicht so kompliziert ist. Wer schon einmal Premiumize.me benutzt hat weiß, dass man dort am Besten einen Taschenrechner zur Hand haben sollte, um das Gewurschtel aus GB, Punkten, Faktoren, etc. zu entwirren. Bei Zevera.com ist das deutlich leichter, so stehen dem Nutzer 100 GB Speicherplatz in der Cloud zur Verfügung. Des Weiteren stehen 300 GB Traffic 30-tägig zur Verfügung, wobei die wichtigsten Dienste sogar unlimitiert sind (Cloud-Download, Torrent, Usenet, Openload.co, Uploaded.net, Streamango.com, Streamcloud.eu, Rapidvideo.com und Vidto.me). Sehr positiv ist aber, dass es keine individuellen Filehosterlimits gibt. Das heißt theoretisch könnte man 300GB von Rapidgator.net laden und das an nur einem Tag. Negativ fiel sofort auf, dass man nirgendwo sehen kann, wie viel man eigentlich in seiner Cloud gespeichert hat. Auf Anfrage beim Support hieß es nur, dass dieses Feature „demnächst“ implementiert werde. Wie viel man gespeichert hat, erfährt man somit lediglich auf Anfrage beim Support oder durch Multiplizieren aller Dateien. Sehr schade ist auch, dass sich die Limits nicht erhöhen lassen. Vor allem beim Speicherplatz wäre die Option zusätzlichen Platz zu kaufen, sehr wünschenswert.

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Rapidgator.net

Anmerkung: Auch einen Monat nach meinem Test, kann man noch immer nicht sehen, wie viel in der Cloud gespeichert ist.

Die Website:

Wie schon bei Premiumize.me ist die Website nicht gerade benutzerfreundlich. Zu Beginn die Liste der unterstützten Filehoster zu finden, ist schon sehr aufwendig. Wer sie sucht, findet sie über Features -> Filehosts -> List of supported hosters. Auch auf der Suche nach dem Limits muss man sich erst umständlich durch den halben Account klicken.

Anleitungen zur Einrichtung finden sich leider überhaupt nicht. Da aktuell aber sowieso nur jDownloader unterstützt wird, ist das nicht so tragisch. Einen Account im jDownloader hinzufügen, sollte auch gerade noch so ohne Anleitung machbar sein.

Der Service:

Filehoster

Ich war ehrlich überrascht, wie gut die Filehoster (auch im Vergleich zu Premiumize.me) funktionieren. Zwar gab es hin und wieder einen dubiosen Fehler, aber alles in allem konnte ich problemlos herunterladen. Kein Vergleich zum alten Zevera. Auch gibt es kaum Filehoster, die als nicht funktionstüchtig markiert sind, und soweit ich das durch Stichproben testen konnte, stimmt das sogar. Eine wahrheitsgemäße Filehosterliste ist definitiv ein Pluspunkt.

Zwar ist die Auswahl im Vergleich zum alten Zevera (über 115 Filehoster) eher mickrig, aber viele wichtigen, wie Rapidgator, Uploaded, Icerbox und 1fichier, sind dabei. Für den deutschsprachigen Raum fehlt leider Share-Online.biz.

Torrent

Der Download von Torrents funktioniert relativ problemlos. Durch Einfügen eines Magnetlinks oder Hochladen einer .torrent Datei wird der Torrent hinzugefügt und heruntergeladen. Sobald das abgeschlossen ist, stehen die Dateien in der Cloud zur Verfügung. Bei meinen Test dauerten die Downloads in die Cloud teils recht lange. Häufig blieb der Torrent bei 99% stehen und brauchte dann noch einige Stunden, bis er abgeschlossen war. Sehr nervig ist das natürlich, wenn man die neuste Episode der Lieblingsserien sehen will und dann Stunden warten muss.

Usenet

Downloads vom Usenet in Cloud liefen deutlich besser, brauchen aber teilweise ein bisschen Zeit, bis diese Starten. Leider bietet Zevera lediglich 1000 Tage Retention. Für die unregelmäßige Nutzung definitiv in Ordnung, aber wenn man hauptsächlich das Usenet benutzen will, dann sollte man doch lieber zu einem Usenet-Provider greifen, zumal Zevera leider keine Möglichkeit bietet das Usenet mit einem Newsreader zu benutzen.

Die Cloud

Die Cloud ist grundsätzlich völlig ausreichend. Es gibt die Möglichkeit Dateien von Filehostern, Usenet, Torrent und HTTP(S) remote herunterzuladen und auch eigene Dateien können über die Website hochgeladen werden. Wie sicher der Speicher ist, lässt sich natürlich nur durch Langzeittests feststellen, aber zumindest bei Premiumize.me sind schon öfter Dateien verschwunden, daher gehe ich mal nicht davon aus, dass das bei Zevera anders ist. Dropbox und Co. ersetzt die Cloud somit nicht. Für die Dateien, die man mit Zevera herunterlädt, sollte das aber locker ausreichen. Die grundsätzlichen Managementfunktionen wie Kopieren, Ausschneiden, Einfügen, Umbenennen, etc. sind vorhanden.

Negativ ist aber (wie bereits erwähnt) die fehlende Speicherplatzanzeige und die Funktion, Archive (wie RAR oder ZIP) zu entpacken. Das funktioniert nämlich derzeit nur bei Usenetarchiven. Viele Dateien von Filehostern sind somit nicht wirklich brauchbar in der Cloud. Meiner Meinung nach völlig unverständlich und ein sehr großer Minuspunkt.

Streaming

Es ist möglich Videos aus der Cloud und von Filehostern direkt im Browser zu streamen. Des Weiteren können die Videos aus dem Player heraus per Chromecast oder Airplay auf den Fernseher gestreamt werden. Ebenfalls ganz nett ist die Option automatisch nach passenden Untertiteln zu suchen. Eigene Untertitel können leider nicht verwendet werden.

Die Geschwindigkeit

Wie ich während der Tests feststellen musste, scheint jeder Dienst andere Server zu nutzen, somit sind die Geschwindigkeiten auch unterschiedich. Je nachdem, ob die Datei bereits auf deren Servern ist (Cloud oder Cache) oder noch nicht, weicht die Geschwindigkeit ggf. ab.

Download in die Cloud

Leider lässt sich die Downloadgeschwindigkeit in die Cloud kaum messen. Ein HTTPS-Download von unserer 10GB Test-Datei dauerte nur wenige Minuten. Genaue Geschwindkeiten werden uns aber meist nicht angezeigt. Grundsätzlich lässt sich aber sagen, dass auch große Dateien recht schnell heruntergeladen sind.

Download aus der Cloud

Wir testen mit einer 1 GB Testdatei die Geschwindigkeit mit mehreren Servern. Weitere Informationen zum Ablauf findest du hier.

  • Vereinigte Staaten: 70.2 MB/s
  • Großbritannien: 12.7 MB/s
  • Niederlande: 11.7 MB/s
  • Indien: 4.04 MB/s
  • Singapur: 2.42 MB/s
  • Australien: 4.43 MB/s
  • Japan: 1.83 MB/s

Die Geschwindigkeit ist völlig in Ordnung, auch wenn das Routing nach Asien schlechter zu sein scheint, als nach Europa. Wo die Server stehen konnte ich leider nicht herausfinden, aber offenbar nutzt Zevera Cloudflare als CDN-Provider, was die sehr guten Ergebnisse auf dem US-Server erklären würde.

Download vom Filehoster

Auch hier testen wir wieder mit der gleichen Datei, wobei wir diese nun auf verschiedene Filehoster hochgeladen haben.

Land: Uploaded.net | Rapidgator.net | Icerbox.com | 1Fichier.com

  • Vereinigte Staaten: 6.56 MB/s | –.– MB/s | –.– MB/s | 28.0 MB/s
  • Großbritannien: 45.9 MB/s | 13.0 MB/s | –.– MB/s | 13.2 MB/s
  • Niederlande: 36.0 MB/s | –.– MB/s | –.– MB/s | 8.36 MB/s
  • Indien: 3.84 MB/s | 4.04 MB/s | –.– MB/s | 3.63 MB/s
  • Singapur: 1.18 MB/s | –.– MB/s | –.– MB/s | 3.25 MB/s
  • Australien: 3.32 MB/s | 3.31 MB/s | –.– MB/s | 4.27 MB/s
  • Japan: 1.84 MB/s | 1.49 MB/s | –.– MB/s | 2.69 MB/s

Die Ursache für die unterschiedlichen Werte dürfte hier bei den Filehostern selbst liegen, schließlich müssen die Dateien erstmal vom Filehoster zu Zevera und dann über den CDN (in den USA) zu mir. Alles in allem ist die Geschwindigkeit aber ziemlich gut, schließlich nutzt man normalerweise mehrere parallele Downloads und Verbindungen. Eine 100Mbit/s Home-Leitung konnte ich ohne Probleme komplett ausreizen.

Icerbox war zum Testzeitpunkt leider als instabil markiert, dementsprechend funktionierte der Download nicht. Rapidgator machte während des Tests immer wieder Probleme und zuletzt konnten ich den Download mit den letzten Servern nicht mehr testen, da immer der HTTP-Fehler 403 (Forbidden) ausgegeben wurde.

Support

Der Support ist der größte Haken an Zevera und teilweise wirklich eine Katastrophe. Man merkt deutlich, dass das Team für Zevera sehr klein bzw. die Priorität für Zevera sehr gering ist. Während generelle Support-Anfragen von „Katie“ recht schnell beantwortet werden, wartet man auf „Michael“ ewig und teilweise auch vergebens. Ich habe bei Zevera fünf Tickets erstellt, wobei drei davon von Katie freundlich und professionell beantwortet wurden. Zwei davon wurden leider im Gesprächsverlauf an Michael (der vermutlich so etwas wie einen 2nd Level Support darstellt) weitergeleitet. Die Antwort auf eins der Tickets kam erst nach über eine Woche und ein weiteres (von Mitte Juni) ist bis heute (drei Wochen später) nicht mehr beantwortet worden, trotz wiederholter Nachfragen.

Meiner Ansicht nach ist das völlig inakzeptabel, vor allem für einen 2nd Level Support.

Natürlich habe ich auch auf die Probleme mit der fehlenden Speicherplatzanzeige der Cloud, etc. hingewiesen. Hier wird man aber nur vertröstet, passiert ist in der Zeit noch immer nichts. Immerhin wurden Probleme mit dem Account sehr schnell behoben und aus Kulanz wurde mir auch mein Fair-Use Status  zurückgesetzt, was ich gar nicht erwartet hatte.

Die Preise:

Wie bereits erwähnt liegen die Preise von Zevera, trotz geringerer Leistung, über denen von Premiumize.me. Mit 12,99 USD pro Monat, liegen sie auch im Vergleich zu anderen Multihoster recht hoch. Selbst beim Jahresaccount (89,99 USD) liegt der Monatspreis noch bei 7,49 USD. Dazu kommen übrigens (je nach Land) noch Steuern, die bei der Zahlung automatisch berechnet werden.

Ein deutliches Plus gibt es aber für die angebotenen Zahlungsmethoden. Neben Kreditkarten (VISA, Mastercard, American Express und Discover), wird auch PayPal, Amazon Pay und Überweisung akzeptiert.

Negativ ist wiederum wieder, dass Rückerstattung so gut wie unmöglich sind und es keine Testmöglichkeit gibt. Dazu muss man allerdings sagen, dass ich (anonym) als Neukunde problemlos 72h zum Testen auf meinen Account gutgeschrieben bekommen habe.

Fazit:

Zevera bietet einen stabilen Service an und ist mit dem „alten Zevera“ definitiv nicht mehr vergleichbar, somit muss man bei Bewertungen im Netz wirklich auf das Datum achten. Grundsätzlich ist der Service als absolut positiv zu bewerten, leider mit einem leicht negativen Beigeschmack. Es sind vor allem Kleinigkeiten, die unverständlicherweise vom Zevera-Team einfach ignoriert werden. Dazu gehört u.a. die umständliche Websitenstruktur, aber auch die fehlende Speicheranzeige der Cloud oder die Entpackfunktion für Archive. Dadurch wirkt Zevera oft unfertig, so nach dem Motto „Hauptsache es geht irgendwie, egal wie“.

Ein deutlicher Negativpunkt ist definitiv der Support, der oft nur vertröstet oder die Anfragen komplett ignoriert. Die hohen Preise sind, meiner Meinung nach, einfach zu hoch sind und nicht der Leistung entsprechend, aber das muss natürlich jeder für sich entscheiden. Abgesehen davon ist Zevera voll zu empfehlen!

Transparenzhinweis

Für diesen Test wurde uns von Zevera.com ein kostenloser Account zur Verfügung gestellt. Dies beeinflusst jedoch nicht unsere objektive Bewertung. Weitere Informationen findest du hier.

Zevera.com

US$ 12.99
7.2

Filehosts

9.5/10

Features

9.0/10

Torrent

9.5/10

Usenet

9.0/10

Cloud-Storage

8.0/10

Limits

10.0/10

Speed

10.0/10

Support

6.0/10

Pricing

5.0/10

Pros

  • Filehosts working as advertised
  • Torrent
  • Usenet
  • Cloud-Storage included
  • Highspeed Downloads
  • High Limits

Cons

  • Bad Support
  • Expensive
  • Cumbersome Website-Structure
  • Extraction of archives (RAR, ZIP, etc.) not possible in cloud

2 Kommentare

  1. Really poor this provider and still as big scammers as its predecessors.
    You cannot download from these „unlimited“ filehosts or torrent/usenet/cloud if you reach the 100% fair-use with other filehosts. What is that shit?! Fraud!!

    Furthermore they refused my refund. Thank god I paid by credit card so I can request a chargeback from my bank to get my money back.

    BTW: you still cannot see how much you store in cloud storage. lol

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